Die Ölkrise 1973 blickte Lotus auf eine Serie von erfreulichen Erfolgen in den Grand Prix des vergangenen und aktuellen Jahres zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte der erfolgreiche Rennstall den erfolgreichen Lotus 72 am Start, der in diesem Jahr von Jackie Stewart, einem erfahrenen Formel 1 Piloten mit vielen Siegen, gesteuert wurde. Schon zu Beginn der Saison hatte Stewart das Ende seiner Karriere nach dieser Saison angekündigt, aber es sollte anders kommen: sein Nachfolger verunglückte in diesem Jahr tödlich, und Stewart nahm den Hut, ehe er mit dem Saisonschluss auf 100 Grand Prix-Rennen zurückblicken konnte. Die Geschichte, wie er seiner Frau nach dem Ende seiner Karriere, die er mit den Worten „As from today, I am no longer a racing driver“ beendet hatte, ein Collier mit drei Diamanten, 27 Brillanten und 99 Perlen schenkte, ist in der Formel 1 legendär (und einer der seltenen romantischen Momente in diesem Sport). Dieses Geschenk symbolisierte seine drei Weltmeisterschaftstitel, seine 27 Grand Prix-Siege und seine 99 Rennen, die er in der Formel 1 gefahren hatte. Mit dem Ende der Ära Stewart begann die Ölkrise in der Formel 1. Shell, der Mineralölkonzern, der bis dahin die Formel 1 treu begleitet hatte, verabschiedete sich ebenfalls recht zügig: 1971 hatte Shell sich von Lotus und BRM getrennt, 1972 von Matra. 1973 endete schließlich auch die Partnerschaft mit Ferrari, und das Engagement der Mineralölgesellschaften in der Formel 1 kam durch die erste Ölkrise zum Erliegen. Auch wenn die Formel 1 sich natürlich weiterhin mit Benzin versorgen konnte, war diese Zeit nicht leicht. Allerdings kann man nicht sagen, dass dies prinzipiell an den Ölgesellschaften gelegen hätte – vielmehr zeichnete sich während der Ölkrise eine erschreckende Stagnation in der Technik der Formel 1 ab. Das Hauptaugenmerk der Konstrukteure lag zu dieser Zeit auf dem Motorenbereich, der vorerst aber ausgeschöpft schien: Ferrari war mit seinem Zwölfzylinder sehr leistungsstark, während Ford seine Achtzylinder an den Start schickte, deren Motorleistung ebenfalls nichts zu wünschen übrig ließ. Derek Gardner, eine der Legenden unter den Konstrukteuren dieser Zeit, erfasste genau, worum es ging, als er sagte, dass Schritte nach vorn nun in der Aerodynamik erfolgen würden. Die wirklichen Quantensprünge in diesem Bereich sollten allerdings noch auf sich warten lassen – auf Chapman mit seinem legendären Ground Effect. >>> Erstaunliche Konzepte |