Erstaunliche Konzepte Die Lücke, die sich ob der scheinbar kaum steigerungsfähigen Leistung der Motoren in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts auftat, versuchte man auf verschieden Weise zu füllen. Die erfolgreichste Idee ist sicherlich der „Schürzen-Lotus“ von Chapman, der den Rennbetrieb in der Tat revolutionieren sollte, doch trat vorerst ein anderes, spektakuläreres Fahrzeug auf den Plan: der P34, der „Tausendfüßler-Tyrrell“. Tausend Füße hatte dieses Fahrzeug ebensowenig wie das gleichnamige Tier, aber er brachte sechs Räder an den Start, was für erhebliches Aufsehen sorgte. Zwei dieser Räder waren Antriebsräder, während der Wagen vier Vorderräder hatte – ein vielversprechende, aber leider erfolglose Idee, so dass die Boliden bis heute bei vier Rädern geblieben sind. Zwar holte der P34 einen Doppelsieg nach Hause, doch konnte er sich ansonsten nicht durchsetzen. Renault baute 1977 auf eine andere Erneuerung und brachte das erste Fahrzeug mit Turbomotor an den Start. Diese Art von Aggregat hatte es in der Formel 1 zuletzt 25 Jahre früher gegeben, und nach dem Debüt spöttelte man auch über das Konzept eines „zwangsbeatmeten“ Rennwagens. Mit seinem kleinen 1,5-Liter-Turbomotor konnte Renault Formel-1 mäßig seine Konkurrenten kaum ernsthaft angreifen – das Fahrzeug war recht schwach, hatte das berüchtigte Turboloch und war dazu noch unzuverlässig, Langfristig allerdings würde sich erweisen, dass die Franzosen auf dem richtigen Weg gewesen waren. >>> Wettrüsten |